75 Jahre TSV Heidenau 1924 – 1999

 

75 Jahre TSV Heidenau, ein hohes Alter und doch jung und lebendig geblieben. Die 75 Jahre der Vereinsgeschichte spiegeln eine Zeitgeschichte. Es mußten die schweren Zeiten des 2.Weltkrieges überstanden werden, die Nachkriegszeit, in der wir alle von vorne beginnen mußten. Ich werde versuchen, die wichtigsten Etappen der ersten 50 Jahre zu schildern, ich entnehme sie der anläßlich des 50. Jubiläums erschienenen Chronik, in der Hermann Aldag und seine Helfer alle wichtigen Namen, Daten und Ereignisse vorbildlich zusammengetragen haben.

Die Nachfolgenden 10 Jahre – 1974 – 1984 – hat unser damaliger Vorsitzender Klaus Lehmann recherchiert und in der Chronik zum 60. Jubiläum niedergeschrieben.

Die Turnbewegung Friedrich Ludwig Jahns gewann wie überall zu Anfang des 20.Jahrhunderts auch die Herzen der Heidenauer Jugend, genauer gesagt die Herzen der Jugend von Everstorf und Avensen. Da lag der Gedanke nahe, einen Sportverein zu gründen.

An einem Sonntag im März 1924 trafen sich 17 turnbegeisterte Männer im Gasthaus Bellmann und gründeten den Sportverein " MTV Avensen und Everstorf " .

Heinrich Kahrs – Geselle bei Bäcker Wichers – ist zu einem großen Teil die Vereinsgründung zu verdanken. Der " Fremde " Heinrich Kahrs kam aus Sittensen, er zeichnete sich durch großes turnerisches Können aus und brachte sportliche Ideale mit. Folgerichtig wurde er zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. 2. Vorsitzender wurde Christian Wichers, Bäckermeister. Schuhmachermeister Heinrich Oelkers wurde Kassenwart. Diese verantwortliche Tätigkeit übte er bis 1939 aus.

Beiträge:

Kinder: 0,25 RM

Erwachsene: 0,50 RM

Bis 1939 ca. 50 Mitglieder.

Weitere Gründungsmitglieder waren:

Johann Lohmann, Wilhelm Detjen, Karl Detjen, Gustav Schmidt, Heinrich Martens,

Wilhelm Tödter, August Tödter, Gustav Steinfeldt, Hermann Behrens.

In den ersten Vereinsjahren wurde Geräteturnen und etwas Leichtathletik ausgeübt. Nur unter schwierigsten Bedingungen konnte Sport überhaupt betrieben werden. Als Übungsstätte diente eine Wiese am Bahnhof, später wurde der Hof von Karl Detjen benutzt. Geräte waren abgesägte Harkenstiele und eine ausgediente Göpelstange mußte als Reckstange herhalten. Die Umstände zur damaligen Zeit verglichen mit heute waren katastrophal. Aber alle Widrigkeiten konnten die Begeisterung und den Willen zur Leistung nicht bremsen. Turnvater Jahns Devise war in aller Munde: " Frisch, fromm, fröhlich, frei ".

Im Jahre 1925 wurde dem Verein ein Spielmannszug angegliedert, er untermalte schon damals die Turn- und Sportfeste musikalisch.