Der MTV Avensen und Everstorf entwickelte sich schnell zum gesellschaftlichen Mittelpunkt des Ortes. Die Feste verstand man ausgiebig zu feiern – allen voran Lehrer Schmidt. Ab 1926 wurde beim Kaufmann Ernst Bellmann auf dem Saal geturnt. Turngeräte wurden mit Hilfe von großzügigen Bürgerspenden angeschafft. Wirtschaftlich gesehen waren es schlechte Zeiten. Nach jeder Turnstunde wurde das elektrische Licht gelöscht. Damit es trotzdem weitergehen konnte wurden Kerzen und Petroleumlampen auf die Tische gestellt. Trotzdem war diese Zeit bis zu den 30er Jahren die Blütezeit der Turnerei.

Die MTV Turnriege war auf allen Turnfesten – natürlich per Fahrrad anreisend – vertreten. In Sittensen, Westerhof, Hollenstedt, Tostedt usw. war man wegen der hohen turnerischen Leistung sehr gefürchtet. Nur gegen die Wohnster kam man nicht an – die waren noch besser.

1931 wurde im MTV der Fußball aufgenommen. Gespielt wurde zunächst auf der Wiese von Heinrich Busch. Dies konnte aber keine Dauerlösung sein, ein richtiger Sportplatz mußte her. Auf dem jetzigen Sportplatzgelände wurde mit Schaufel, Hacke und Harke in Eigenarbeit ein Sportplatz geschaffen. An dieser Stelle sei besonders an Schneider Voß gedacht. Das Gelände stellte Herbens-Meier kostenlos zur Verfügung. Das alles paßte dem Nachbarn Heinrich Stemmann wegen des Lärms überhaupt nicht. Er drohte den Sportplatz wieder umzupflügen und die Tore mit der Axt zu fällen. Schließlich einigte man sich gütlich. Trotz anfänglicher Begeisterung nahm das Interesse am Fußball nach 2 Jahren merklich ab. Schließlich wurde 1933 die Fußballabteilung aufgelöst.

Bis 1939 bestanden noch die beiden Sportarten Turnen und Leichtathletik. Lehrer Borchers und Gendarm Bock leisteten hier vorbildliches. Im Sommer des Jahres 1939 mußte dann wegen politischer Ereignisse und Ausbruch des Krieges jeglicher Sportbetrieb eingestellt werden.

Im Jahre 1929 wurden die Orte Everstorf und Avensen zur Gemeinde Heidenau vereinigt.

Aus dem MännerTurnVerein Avensen und Everstorf wurde der Turn und Sportverein (TSV) Heidenau. An dieser Stelle seien die Vereinsvorsitzenden seit der Gründung genannt:

Heinrich Kahrs, Bäckergeselle 1924

Wilhelm Detjen, Zimmermann Meister 1925

Heinrich Bellmann, Schmiedemeister 1928

Otto Borchers, Lehrer 1931 – 1939

Nach dem Krieg im Jahre 1945 begann auch in Heidenau der Sport wieder zu leben. Im Oktober 1945 wurde in Winsen der Kreissportbund (KSB) gegründet. Der TSV, vertreten durch Werner Detjen, wurde in den KSB aufgenommen. Die ersten Vorsitzenden in den Nachkriegsjahren bis 1960 waren:

Gustav Detjen 1945

Heinrich Martens 1947

Kurt Bellmann 1948 – 1960

Kassenführer von 1945 – 1960 war Werner Detjen. Die Mitgliederzahl stieg von 15 im Jahre 1945 auf 120 im Jahr 1950 an. Zu der Zeit befand sich der Sportplatz im damaligen Südlager. Umkleideräume gab es nicht, die Sportler waren der Witterung völlig ausgesetzt. Durch Eigenarbeit der Mitglieder wurde der neue Sportplatz (jetziges Gelände) hergerichtet und 1952 eingeweiht. Der neue Sportplatz war flankiert von Holzbaracken der Wehrmacht. Eine von diesen wurde als Umkleidekabine benutzt. Es begann die Zeit der großen fußballerischen Erfolge. Die 1.Herren spielte in der Bezirksliga, verstärkt durch Marinesoldaten, Flüchtlinge und Vertriebene. Zu Auswärtsspielen fuhr man mit Bussen oder einem LKW mit Holzbänken, die in jeder Kurve umkippten. Ein Fahrzeug war jeweils mit Schlachtenbummlern voll besetzt. Vor jeder Abfahrt wurden Spenden für die Fahrtkosten gesammelt.

Seit Ende der 40er Jahre besteht die Sparte Handball im Verein. Angeleitet von "Jupp" Riese,

über Werner Falje und Burke wurde mit einer Damenmannschaft auf dem Großfeld gespielt. Im Jahre 1954 wurde diese Abteilung leider wieder aufgelöst. Durch viele neue Angebote wie z.B. Tanzveranstaltungen und Kino ging die sportliche Betätigung zurück. Die Turnabteilung konnte den Saal bei Bellmann nicht mehr in dem Umfang nutzen, wie es erforderlich gewesen wäre. Die Abteilung verkleinerte sich zusehends. 1957 wurde im Fußball durch das Engagement von Gerd Dreifert eine C-Jugend aufgebaut, mit der er sehr viele Erfolge zu verzeichnen hatte. Aus dieser Jugendmannschaft gingen viele Leistungsträger des TSV hervor.